26. Dezember 2015

Nibelungen-Identität

Theaterkritiken München: „Nibelungen – nie gelungen – und kein Ende

Eines haben wohl alle ‚Nibelungen‘ – Inszenierungen gemeinsam: Sie werfen die grundsätzliche Frage über den Sinn der Unternehmung auf. Und noch etwas haben sie gemeinsam: Keine vermag eine Antwort zu geben. So geschehen auch in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg an den Münchner Kammerspielen. Hebbels Mythenmonstrum wurde zum Theaterfluch, der viele Geister beschäftigt und Zuschauer verwirrt. Wir können diesen Fluch nicht abschütteln, denn diese mittelalterlichen Mythen sind die einzigen, die wir haben. Dabei ist ein anständiger Mythos notwendig für die Identitätsfindung. Sichtbar wird diese fatale Situation immer wieder in der durchschimmernden Frage: Sind wir das, die Deutschen? Die Diskussion um den Stoff spiegelt zumindest eine deutsche Eigenart wider, nämlich den Hang, jede Geschichte aufzublasen bis zur Unüberwindbarkeit, um damit einem zutiefst verwurzelten Masochismus zu frönen. Dabei handelt es sich nur um eine Familiensaga, deren wichtigstes Merkmal darin besteht, dass niemand sie überlebt, und die also denkbar ungeeignet als Nationalepos ist.“

Wolf Banitzki

Wenn das so wäre mit der Identitätsfindung, dann stünde es seit je schlecht um unsere Identität. Einen gehörigen Fund würden wir nur machen … am Friedhof. Hagen bewahre!
Wir sollten sie gar nicht suchen! Aber wir tuns immerzu: im Buddhismus, im Yoga, in Homöopathie, in Biodynamik, in Indien, bei den Indianern, bei unseren Dahlkes, Dethlefsens und Steiners.
Unsere Empathie ist: andere in unsere Mitleidenschaft zu ziehen.

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